Blaugrüne Mosaikjungfer - Larve

Aeshna cyanea

Unterwasserjäger

Wenn Ihr Euch den Kopf einer Libellenlarve durch eine Lupe anschaut, seht ihr, dass er zu einem merkwürdigen breiten Schnabel ausgezogen ist. Und ich habe auch schon riesige Facettenaugen für eine gute Beutejagd unter Wasser.

Fangmaske eingeklappt

Der breite Schnabel am Kopf ist die „Fangmaske“, einer äußerst gefährlichen Waffe für Beutetierchen. Entdecke, wie die Maske vorspringen kann im nächsten Bild.

Fangmaske ausgeklappt

Die Larve kann diese Maske ausklappen. Am Ende liegen spitze, hakenförmige Greifzangen. Mit ihnen packt die Larve ihre Beute, hält sie fest, klappt die Fangmaske wieder ein und führt das gefangene Tier zum Mund, wie beispielsweise kleine Kaulquappen oder frisch geschlüpfte Fische.

Mosaikjungfer_Nymphe

Ansicht Larve

Ansicht Libelle

Infoboxen

Entwicklungsreihe

Da bin ich, eine Libelle! Noch sehe ich nicht so aus. Meine Kindheit verbringe ich bis zu zwei Jahre unter Wasser. Ich fresse Kleinlebewesen, die ich jage.
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An einem Sommertag klettere ich morgens aus dem Wasser und verwandele mich in eine echte Libelle. Meine Haut platz am Rücken auf und ich krieche heraus. Die leere Hülle bleibt dann hängen.
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Noch bin ich ziemlich farblos und meine Flügel klein. In den nächsten vier Stunden muss ich viel Blut in das Adernetz meiner Flügel pumpen, damit sie sich entfalten.
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Jetzt sind meine Flügel schon viel größer. Ich muss noch ein Weilchen trocknen und mich strecken.
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Hier bin ich eine richtig schöne Libellendame. Ich muss mich ausruhen, weil es anstrengend ist, im Flug Insekten zu fangen und zu fressen.
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Libellenhochzeit: Ein hübsches Männchen hat mich erobert und wir paaren uns. Sieht akrobatisch aus, aber so machen wir Libellen das.
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Nach der Paarung trennen wir uns. Ich fliege an ein Gewässer und lege bis zu 200 Eier in Pflanzenstängel oder ans Ufer. Aus ihnen schlüpfen neue Libellenlarven.
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Blaugrüne Mosaikjungfer

Aeshna cyanea

Keine Angst vor Libellen!

Viele Menschen haben Angst vor Libellen und fürchten, gestochen zu werden. Namen wie „Augenstecher“ oder im Englischen „Dragonfly“ befördern diese Vorstellungen. Alle Libellen sind völlig ungefährlich. Sie stechen niemals, denn sie haben nicht einmal einen Stachel!

Von der Libelle zum Hubschrauber

Eine Libelle kann im Flug auf der Stelle stehen, rückwärts fliegen, rasant beschleunigen und problemlos die Flughöhe variieren - so was wollten Techniker auch entwickeln und erfanden nach dem Vorbild der Libellen schließlich den Hubschrauber. Auch in der Form erinnert so ein Hubschrauber tatsächlich sehr an eine Libelle. Aber so fantastisch ein Hubschrauber auch sein mag, die Techniker gestehen neidvoll ein, dass Libellen es noch besser können.

Libellenauge

Durch die Lupe kannst Du sehen, dass das Libellenauge nicht einfach „ein Auge“ ist. Es ist eine Halbkugel mit einer ganz grobkörnig wirkenden Oberfläche. Jedes dieser „Körner“ ist ein einzelnes Auge - das heißt, dass das Libellenauge aus sehr vielen einzelnen Augen zusammengesetzt ist. So bestehen die beiden Augen einer Mosaikjungfer aus über 60.000 Einzelaugen - man nennt sie Komplexaugen oder Facettenaugen. Alle Insekten haben diese Art von Augen.

Warum hängen am Ufer tote Libellenlarven?

Das Leben der Libellen ist zweigeteilt: Als Larven leben sie unter Wasser, als Erwachsene als rasante Flieger an Land und in der Luft. Wenn die Larven soweit sind, dass sie das Wasser verlassen können, klettern sie an einem Stängel hoch und verankern sich mit ihren Krallen. Das kann ein ins Wasser gefallener Ast sein. Ihre Haut reißt am Rücken auf und nach mehreren Stunden kriecht die fertige Libelle aus ihrer Haut heraus. Die leere Larvenhaut bleibt zurück. Sie wird als „Exuvie“ bezeichnet. Exuvien lassen sich hervorragend sammeln und aufbewahren. An ihnen lassen sich alle Merkmale der jeweiligen Larve noch bis ins kleinste Detail erkennen. Mit einem speziellen Bestimmungsschlüssel für Libellenlarven ist es möglich, die genaue Art zu ermitteln. Das ist eine verbreitete Methode, um herauszufinden, welche Libellenarten an einem Gewässer zu Hause sind.

Das schmeckt mir

Alle Libellen leben räuberisch und erbeuten andere Insekten im Flug. Auf dem Speiseplan stehen Mücken, Schmetterlinge, Köcherfliegen, Eintagsfliegen aber auch andere Libellen. Mosaikjungfern verspeisen ihre Opfer meistens direkt in der Luft. Manchmal fliegen sie über eine Stunde lang zwischen einem Mückenschwarm auf und ab und erbeuten dabei eine Mücke nach der anderen. Auf diese Weise kann ein Stechmückenschwarm erheblich verkleinert werden.

Hilf mir!

Ein eigener Teich ist nicht nur ein besonders schöner Blickfang im Garten, sondern bietet vielen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum. Blaugrüne Mosaikjungfern und andere Libellenarten nehmen das Angebot gerne an, legen ihre Eier ins Wasser und sind regelmäßige Besucher am Gartenteich. Wer keinen eigenen Garten hat, der kann sich zum Beispiel für die Anlage eines Schulteiches engagieren.

Blaugrüne_Mosaikjungfer

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