Holzbienen - Larve

Xylocopa violacea

Warum sind Holzbienen die "Zimmersleute" unter den Bienen?

Die Weibchen der Holzbienen nagen mit ihren Zangen am Mund einen tiefen Gang in einen trockenen Baumstamm. Bis zu 20 cm ist er tief - also zehnmal so lang wie die Biene selbst. Das ist so, als müsstest Du einen 17 Meter langen Tunnel nur mit einer Zange graben. Viel Arbeit! Vom Hauptgang aus gräbt sie Seitengänge, die als Kinderzimmer dienen. Mauern kann diese Biene auch. Mit einer Mischung aus Holzspänen, Speichel und Nektar errichtet sie eine Wand vor jedem Kinderzimmer. So bekommt jeder Nachwuchs sein eigenes Zimmer.

Ansicht Larve

Ansicht Biene

Infoboxen

Entwicklungsreihe

Wir Holzbienen kommen in einer tiefen, dunklen Höhle in einem Baumstamm zur Welt. Später befreien wir uns aus dem Schutzraum. Meine Mutter ist am Eingang zu unserer Höhle.
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Meine Mutter baut ein sicheres Versteck für uns! Sie nagt einen tiefen Gang in den Baumstamm. In einem Gang wird mein Kinderzimmer sein! In die anderen kommen meine Geschwister. Sie hat uns leckeren Pollen und süßen Honig dagelassen. Damit wir futtern können, wenn wir aus den Eiern schlüpfen.
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Wir sind bis zu acht Wochen im sicheren Versteck. Kein Räuber kann uns hier finden und sind geschützt vor Regen. Aus kleinen Larven sind wir zu großen, dicken Larven herangewachsen und dann zur Puppe. Als wunderschöne Holzbiene verlassen wir die Kinderstube!
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Holzbiene

Xylocopa violacea

Blumenräuber

Holzbienen sind groß und klobig und passen daher nicht in enge Blütenröhren. Auch ist ihr Rüssel nicht lang genug, um an den Nektar in der Tiefe der Blüte gelangen zu können. Das löst die Holzbiene mit Leichtigkeit: Mit ihren kräftigen Zangen beißt sie Blüten von außen auf und gelangt so auf dem kürzesten Weg an den leckeren Nektar. Für die Blume ist dies glatter Diebstahl: Denn der Deal „Insekt bestäubt Pflanze auf dem Weg durch die Blüte, und erhält dafür Nektar“ ist damit geplatzt.

Fühlerspitzen

So erkennst Du das Männchen: Die Fühler sind an der Spitze leicht abgeknickt und die beiden vorletzten Antennenglieder sind rotgelb gefärbt. Beim Weibchen sind sie komplett schwarz.

Winterflug

Manchmal fliegen wir mitten im Winter: Holzbienen halten als ausgewachsene Insekten eine Art Winterschlaf in selbstgegrabenen Erdlöchern, in Holzgängen oder Mauerspalten. An besonders warmen Wintertagen im Januar oder Februar können sie schon mal ihr Quartier verlassen und sich auf der Suche nach Blüten auf Zimmerpflanzen verirren.

Hilf mir!

Holzbienen bauen ihre Nester in trockenem Totholz und genau daran mangelt es häufig in der Landschaft und in unseren aufgeräumten Gärten. Wir können ihnen helfen, indem wir trockene Stammabschnitte oder dicke Äste in sonnenexponierter Lage anbieten - besonders beliebt ist senkrecht aufgestelltes oder aufgehängtes Holz von Obstbäumen.

Das schmeckt mir

Holzbienen lieben die unterschiedlichsten Blumen - Hauptsache sie bieten ordentlich viel Blütennektar oder Pollen. Besonders beliebt sind sogenannte Lippenblütler und Schmetterlingsblütler wie zum Beispiel die Kletterpflanze Blauregen, auch bekannt als Glyzinie. Die fleißigen Bienen bringen einen Teil des Pollens zum Nest, um Nahrung für den Nachwuchs zu liefern.

Warum heißt du Holzbiene?

Man nennt uns Holzbienen, weil wir unsere Nester in Holz bauen. Übrigens leitet sich auch unserer wissenschaftlicher Name Xylocopa davon ab: er setzt sich zusammen aus den griechischen Worten „Xylon“ = „Holz“ und „koptein“ was so viel heißt wie „schneiden“. Wir sind also die „Holzschneidenden“, weil wir für unsere Nester tiefe Löcher ins Holz bohren.

Ansicht Larve

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